KUBA TRAVELGUIDE

In diesem Blogpost möchte ich euch von meinem wunderschönen Urlaub auf Kuba berichten. Anfang Dezember ging es für uns via Düsseldorf für zwei Wochen auf die Karibik-Insel.

Good to know

Touristenkarte: Um einreisen zu dürfen, braucht man eine Touristenkarte. Diese kann man auf verschiedenen Wegen bekommen. Man kann sie im Reisebüro/am Flughafen, online oder beim Konsulat erwerben. Wir haben eine Pauschalreise gebucht und da war die Karte bereits im Preis enthalten. Die Kosten können je nach “Anbieter” variieren, liegen aber bei rund 30 Euro. Beim Ausfüllen ist darauf zu achten, sich nicht zu verschreiben, denn dann ist die Karte ungültig und man muss eine Neue erwerben.

Währung: Auf Kuba gibt es zwei Währungen. Die Währung, die für Touristen eine Rolle spielt, nennt sich CUC (der Wechselkurs ist fast 1:1 zum Euro). Die zweite Währung nennt sich CUP und dient ausschließlich als Zahlungsmittel für die Einheimischen. Man sollte genügend Geld tauschen, denn Kreditkartenzahlung ist unüblich beziehungsweise oftmals gar nicht möglich. Wir wollten zum Beispiel im Hotel Ausflüge mit Karte zahlen, was vorübergehend nicht möglich war, da das Papier für das Kartenzahlungsgerät leer war. Sowas hört man dann doch nicht allzu oft.

Internet: Internet wie wir es kennen, gibt es auf Kuba nicht. Während man sich normalerweise Zuhause, in Hotels oder an anderen Hotspots kinderleicht ins Wlan einloggen kann, braucht man dafür auf Kuba sogenannte “tarjetas de navegación” (=Internetkarten). Diese sind für derzeit 1 CUC für eine Stunde surfen erhältlich. Man rubbelt das Feld auf auf dem Benutzername und Passwort stehen und kann sich damit dann ins Wlan einloggen. Zugang zum Wlan gibt es jedoch nur an bestimmten Hotspots (dazu gehören Hotellobbys, Parks und andere öffentliche Plätze) und nicht in Privatwohnungen. Möchte sich also ein Kubaner ins Wlan einloggen, so muss er das Haus verlassen und zu einem der Hotspots gehen. Wann immer man also viele Leute mit Handy in der Hand sieht, ist dies ein gutes Indiz dafür, dass es an diesem Ort Wlan gibt.

Sprache: Wie wahrscheinlich jeder weiß, wird auf Kuba Spanisch gesprochen. Da ich längere Zeit in Spanien gewohnt habe, spreche ich die Sprache recht fließend, was natürlich die Kommunikation erheblich erleichtert hat. Die Leute haben sich auch immer total gefreut, als man gesagt hat, dass man Spanisch kann. In den Hotels sprechen aber auch alle Englisch und teilweise sogar etwas Deutsch. Wenn man Kuba auf eigene Faust erkunden möchte, schadet es aber auf jeden Fall nicht, wenigstens ein paar Brocken Spanisch zu beherrschen.

Armut: Es war wirklich komisch für mich zu sehen, wie ein Großteil der Leute auf Kuba wohnt: Die Häuser sahen teilweise aus, als wenn sie gleich einstürzen, überall laufen Straßenhunde und Katzen rum, Kutschen auf den Straßen und der Autobahn, die Toiletten waren teils mehr als fragwürdig… Etwas, das man überall auf den Straßen sieht, sind Tramper. Sie stehen teilweise den ganzen Tag dort, in der Hoffnung mitgenommen zu werden. Wenn dies nicht gelingt, müssen sie halt am nächsten Tag wiederkommen. Dies liegt daran, dass das Verkehrsnetz für die Einheimischen nicht gut ausgebaut ist. Es fahren Busse, um die einzelnen Städte zu verbinden, aber die müssen aufgrund der hohen Nachfrage mehrere Wochen im Voraus reserviert werden.Von einem Tourguide haben wir auch mehr über die Rationierungen erfahren können, die es auf Kuba gibt. So bekommt jeder zum Beispiel 5 Eier im Monat. Milch bekommen nur Schwangere und Kinder. Möchte ein erwachsener Mann nun Milch, muss er sie in einem normalen Supermarkt zu utopischen Preisen (gemessen am Einkommen) kaufen.

Flug

Oh Gott… der Hinflug war wirklich der schlimmste Flug, den ich je hatte.

In unserer Pauschalreise war der Flug mit Azur Air, einer neuen deutschen Airline (nahm erst im Sommer 2017 den Flugbetrieb auf) enthalten. Als wir im Vorfeld die Bewertungen gelesen haben, haben wir uns schon gefragt, auf was wir uns da nur eingelassen haben. Unsere Erwartungen an den Flug waren demnach nicht die höchsten und trotzdem haben sie es geschafft, diese noch zu unterbieten.

Aber ganz von vorne: Mit Vorfreude auf den Urlaub starteten wir am Vorabend des Fluges von Hamburg nach Düsseldorf. Um etwa 8 Uhr morgens sollte der Flieger abheben. Am Ende waren es rund 2 Stunden Verspätung, was für uns aber noch im Rahmen war. Als wir dann jedoch den Flieger betraten, dachten wir nur “oh Gott, und hier sollen wir 11 Stunden drin sitzen?!” – und so ging es allen. Azur Air hat die Bestuhlung so geändert, dass statt der bei dem Flugzeugtyp üblichen etwa 260 Sitze stolze 330 Menschen Platz finden. Entsprechend war auch die Beinfreiheit – nicht vorhanden (also wirklich schlimmer als bei anderen Billigairlines wie Ryanair und Konsorten). Mein Freund, der mit ca. 1,78m nun wirklich kein Riese ist, kam mit seinen Knien an den Vordersitz. Nicht die idealsten Voraussetzungen für einen Langstreckenflug.

Entertainment gab es gar nicht an Bord, es war nur eine Getränkerunde vorgesehen und als Mahlzeit gab es Rührei (zum Glück haben wir da gut vorgesorgt). Dem Personal hat man angemerkt, dass sie jung und frisch dabei sind: Müll fiel auf Passagiere runter, der Ablauf des Services war nicht allen klar und von “der Kunde ist König” haben viele wohl auch noch nichts gehört (gab teils sehr pampige Antworten).

Das Highlight war jedoch, dass 3 Stunden vor der Landung ALLE Toiletten kaputt waren. Die Lösung von Azur Air: es gibt als Entschädigung nochmal eine Runde Getränke gratis (dass man noch mehr muss? :D) und jeder kann nochmal gehen bis die Toiletten voll sind – aha, macht Sinn…

Iberostar Playa Alameda

Unser Hotel war das Iberostar Playa Alameda im Touristenort Varadero. Wir hatten im Vorfeld einige Bewertungen gelesen, die – sagen wir mal – durchwachsen ausfielen, weshalb wir mit recht niedrigen Ansprüchen im Gepäck starteten. Im Hotel angekommen, waren wir jedoch sehr positiv überrascht. Unser Zimmer war wirklich gut: sehr geräumig, mit Sofa, Schreibtisch, Fernseher, Minibar, einem modernen Bad mit riesiger Dusche und vor allem war es sauber. Das Zimmer hat unsere Erwartungen weit übertroffen.

Vom Essensangebot waren wir auch angetan. Es gab mehr Auswahl als erwartet und es war alles sehr lecker (besonders das Eis war ein Traum!). Zudem hat das Hotel drei à la carte Restaurants, bei denen man reservieren kann: ein italienisches, ein kubanisches (war das Beste) und ein “romantisches” (hat uns gar nicht gefallen) Restaurant.

Der Service war überall top. Sobald man am Tisch saß, wurde man gefragt, was man trinken möchte und sobald das Glas auch nur ansatzweise leer war, wurde nachgeschenkt. Auch das Getränkeangebot war riesig. Man bekam sogar guten Whisky. Am meisten getrunken habe ich Cuba Libre (wie soll es auch anders sein auf Kuba) und einen Cocktail namens Miami Vice.

Kuba Travelguide

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Ausflüge

Wir haben anfangs überlegt, ob wir die Ausflüge selber organisieren oder sie über unseren Reiseanbieter buchen. Letztendlich haben wir uns für die Buchung über den Reiseanbieter entschieden, da es teilweise schwierig gewesen wäre, die Ausflüge selbst zeitlich hinzubekommen (aufgrund der Fahrtzeiten der Busse). Die Ausflüge waren so jedoch recht kostenspielig (verglichen an den Ausflugspreisen in anderen Urlaubsländern und an dem niedrigen Lohnniveau).

Wir entschieden uns für folgende Ausflüge: 3 Ciudades (3 Städte), Havanna Premium und Zigarren, Zuckerrohr und Rum.

3 Ciudades

Bei dem Ausflug ging es zuerst für einen kurzen Abstecher nach Santa Clara, um das Mausoleum von Che Guevara zu besichtigen. Wir fanden es recht langweilig, denn im kleinen Museum wurden Dinge ausgestellt wie: diese Gabel hat er einmal benutzt, dieses Hemd hatte er an… Für nicht Che Fans also nicht sonderlich spannend.

Zweiter Halt war Trinidad (der Grund für die Wahl der Tour, da ich die Stadt gerne sehen wollte). Es war auch ganz nett dort gewesen zu sein, ich hatte aber irgendwie etwas anderes erwartet. Zudem merkt man sehr, dass die Stadt nur noch vom Tourismus lebt und sonst “keinerlei Bedeutung” mehr besitzt.

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Letzter Halt war Cienfuegos, eine Stadt die ich gar nicht auf dem Zettel hatte, die uns aber dennoch am besten gefallen hat, denn sie war wirklich wie eine richtige kleine Stadt mit Ampeln und teils sehr schönen Gebäuden. Beim Schreiben merke ich gerade selbst wie doof das eigentlich klingt. Wenn ihr aber selbst mal auf Kuba seid, dann werdet ihr vielleicht verstehen wie das gemeint ist.

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Insgesamt waren wir rund 16 Stunden unterwegs und haben etwa 700km zurückgelegt.

Havanna Premium

Zu diesem Ausflug muss ich sagen, dass er nicht optimal geplant ist. Ich hab mich tierisch darüber aufgeregt, dass in der Neustadt kein Stopp geplant war und das reine Durchfahren mit dem Bus reichen sollte und dass, obwohl sich hier das bekannteste Gebäude der Stadt – das Kapitol – befindet und die Gegend teils wirklich wunderschön ist und an Barcelona erinnert. Da wir aber alle auf die Barrikaden gingen, haben wir unseren Halt bekommen und sind kurz durch die Gegend geschlendert. Bis zum Kapitol sind wir aber leider trotzdem nicht gekommen, worüber ich sehr enttäuscht war, da sich gegenüber des Kapitols die bunten Bögen befinden, die man von Instagram kennt und ich hier unbedingt ein Foto machen wollte.

Die Tour beinhaltete auch eine kurze Oldtimer-Fahrt – ein Muss, wenn man in Havanna ist. In der Altstadt hatten wir dann etwas mehr Zeit, bevor es zum Abendessen ging. Um 21 Uhr stand dann zum Abschluss noch die Kanonenschusszeremonie an. Man hätte sie auch weglassen können, weil wir wirklich lange drauf warten mussten, dass es endlich 21 Uhr ist und es dann wirklich nur ein Schuss war :D. Die Dauer des kompletten Ausflugs lag bei rund 18 Stunden.

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Zigarren, Zuckerrohr und Rum

Unser letzter Ausflug sollte uns mehr über typisch kubanische Produkte lehren. Der erste Halt führte uns zu einer ehemaligen Zuckerrohrplantage. Hier erfuhren wir mehr über den Anbau und die Verarbeitung, konnten auf Zuckerrohr kauen und den Saft probieren.

Dann ging es weiter nach Cárdenas, eine Stadt in der Nähe von Varadero, in der die meisten Leute wohnen, die in Varadero in der Hotellerie arbeiten. Dort besuchten wir ein Museum und hatten etwas freie Zeit. Im Anschluss gab es Mittagessen und dann stand der Zigarren und Rum-Teil des Ausflugs an.

Wir konnten bei der Herstellung einer Zigarre zugucken und bekamen dann jeder eine Monte Cristo Zigarre und einen Shot Rum, um das echte Kuba Feeling zu erleben. Danach folgte dann die Rumverkostung, die aber eher einem Wetttrinken als einer Verkostung gleichte. So bekamen wir etwa 10 verschiedene Rumsorten in nur knapp 20-30 Minuten zu kosten. Witzig war es trotzdem.

Kuba Travelguide

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bericht über unseren Urlaub in Kuba gefallen. Vielleicht konntet ihr ja auch ein paar Tipps für eure Kuba Reise bekommen.

xx Anna

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2 Kommentare

    • Anna
      Autor
      12. Februar 2018 / 16:17

      Vielen lieben Dank für dein Feedback. Ich kann es dir wirklich sehr ans Herz legen, Kuba ist ein super interessantes Land!
      xx Anna

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